Kommunikation – Eine Evolutionsgeschichte

Kommunikation über Telefon, Computer, Fax. Büroarbeit mag häufig stressig sein, wird jedoch durch viele technische Hilfsmittel enorm erleichtert. Das war nicht immer so.

Es gibt viele Arten der Kommunikation und sie benötigten Jahrtausende um sich zu entwickeln. Die Entwicklung der Kommunikationsmedien begann schon in der Steinzeit und befindet sich seither in einer steten Weiterentwicklung.
Stellen Sie sich vor, Sie müssten heute noch mit Schreibmaschinen arbeiten.

Klingt ganz witzig oder?

Und wie wäre es, wenn Sie alles was Ihr Chef diktiert auf Höhlenwände malen müssten?
Die Menschen suchten immer einen Weg die Kommunikation zu vereinfachen und wuchsen dabei über sich selbst hinaus.

Von Fels zu Fels

Komplexe Szenarien wurden zu Urzeiten noch direkt auf den Stein gemalt.

Die ältesten bisher entdeckten Felsenmalereien sind circa 40.000 Jahre alt und befinden sich in Spanien. Die Malereien sind die ältesten bekannten Aufzeichnungsmedien und Mittel zur Kommunikation, die der Menschheit zur Verfügung stehen. Die Spannweite der Bilder reicht von Pferden und Bisons, welche vermutlich zu künstlerisch, religiösen

Zwecken genutzt wurden, bis zu Skandinaviens Felsengravuren, welche über das damalige Wirtschaftssystem Zeugnis geben. Klingt erst einmal nicht nach Kommunikation, ist aber der früheste Einblick in Aufzeichnungen, die der Menschheit zur Verfügung stehen.

Diese Bilder sind etwa 3.000 Jahre alt und zeigen Ackerbau, Viehzucht und Fischfang. Die Malereien unserer Vorfahren ermöglichen uns einen kleinen Zugang zu ihrer Welt und werden bei richtiger Pflege noch viele tausend Jahre überstehen.

Wandbilder sind also die beste Möglichkeit Ihre Arbeit für die Nachwelt zu erhalten, aber lassen Sie sich nicht dabei erwischen, heute nennt man das nämlich Graffiti und es wird schnell wieder entfernt.

Was Bier mit Buchführung zu tun hat

Während in Skandinavien noch gemalt wurde, schrieben die Menschen in Mesopotamien bereits. Sie nutzten die Keilschrift für ihre Buchführung und Kommunikation. Die ersten verzeichneten Güter waren, man mag es kaum glauben, Brot und Bier. Als Rechenmaschine diente der Abakus, der wohl älteste Vorfahre des Computers. Auch in Ägypten und Babylonien entwickelte sich vor etwa 5.000 Jahren die Buchhaltung.

Die ersten Darstellungen von Soll und Haben werden heute in Museen auf Papyrusrollen ausgestellt. Durch die Entwicklung der Schrift entstanden ganz neue Stände. Schreiber wurden in strengen Schulen ausgebildet und waren hoch angesehen. Sie bekamen Hausaufgaben und wurden bis in das Erwachsenenalter hinein geschult. Die schriftliche Kommunikation erlebte einen großen Aufschwung. In Ägypten entwickelten sich mit der Zeit mehrere Tausend Hieroglyphen, wobei sich viele nur durch Markierungen an bestimmten Stellen voneinander unterscheiden.

Man kann sie wohl als die ersten Buchhalter bezeichnen.

Kategorien

Am Anfang war das Wort

Die nächste große Errungenschaft gab es erst 4.000 Jahre später. Johannes Gutenberg entwickelte das Buchdruckverfahren in Europa und machte Bildung und die Informationsverbreitung für eine große Bevölkerungsgruppe erschwinglich. Eine ganz neue Form der schriftlichen Kommunikation wurde möglich.

Der Buchdruck leitete 1450 die Neuzeit ein und unterstützte die Meinungsbildung durch die Vermittlung von Wissen. Nur so kamen die Revolutionen in der Bevölkerung und die Ausbreitung der Demokratie zustande. Die Menschen wurden durch die neue Möglichkeit zur Kommunikation selbstbestimmter.

Kommunikation - Gutenbergs Buchdruck

Das begünstigte die Ausprägung der Wissenschaft und die Entwicklung neuer Meilensteine der Technik, wie die 1714 patentierte Schreibmaschine.

Der erste funktionierende Apparat wurde von Pellegrino Turri für seine blinde Geliebte gebaut, damit sie ihm schreiben konnte.

Die Schreibmaschine kann als Vorläufer der Computer gesehen werden und förderte den Einzug des Arbeitsstands der Sekretäre in die Berufswelt, dieser Zweig wurde mit der Zeit zum typischen Beruf für Frauen, die beruflich etwas erreichen wollten.

Die Schreibmaschine wurde zu einer großen Erleichterung bei der täglichen Kommunikation und beschleunigte die Betriebsabläufe immens.

Es gibt keine Nachrichten, wenn es regnet

Eine weitere große Errungenschaft war der Telegraph 80 Jahre später. Er ermöglichte eine bessere und genauere Kommunikation über eine Distanz.

Dies verhinderte Missverständnisse und machte den Kommunikationsaustausch um vieles effizienter.

Optische Telegraphie wurde schon von den alten Römern genutzt. Sie übermittelten Nachrichten anhand von verschiedenen Feuersignalen. Diese liefen über Hügel und Bergkämme. Ein Problem konnten hohe Feuchtigkeit und fehlende Plätze darstellen. Im bewaldeten, germanischen Flachland sind Signalfeuer zur Übermittlung von Nachrichten eher ungeeignet. Die Kanäle zur Kommunikation fielen einfach weg. Vielleicht hätten sie mehr Erfolg gehabt, hätten sie eine Telegraphenlinie besessen.

Die erste feste Telegraphenstrecke mit Winkelalphabet führte von Paris aus in das 70 km entfernte Saint-Martin-du-Tertre. Die Laufzeit der Übertragung lag bei etwa 2 Minuten und war somit bahnbrechend.

Kannst du mich hören?

Nach verschiedenen elektronischen Varianten des Telegraphen und der Schreibmaschine begann ab 1876 der langsame Siegeszug des Telefons und die Revolution der Kommunikation. Hierbei war nicht, wie heute stark verbreitet geglaubt wird, Alexander Graham Bell der Erfinder des Telefons. Er hatte lediglich das Glück genug Geld zur Verfügung zu haben und das Telefon rechtzeitig zu patentieren.

Zu diesem Zeitpunkt hatte er kein funktionierendes Modell eines „verbesserten Telegraphen“. Elisha Grey, der zwei Stunden später beim Patentamt war schon. Bell übernahm viele Details von Greys Prototypen und startete anschließend fast 600 Unterlassungsklagen gegen andere Wissenschaftler und gründete die AT&T Inc., den lange Zeit größten Telekommunikationskonzern. Ironisch daran ist, dass Bell ursprünglich versuchte eine Möglichkeit zu finden Taubstummen bei der Kommunikation zu helfen.

Tele-Kommunikation

Es dauerte bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts, bis sich das Telefon so weit entwickelt hatte, dass es sich in der Bevölkerung verbreitete und einen wirklichen Nutzen verzeichnen konnte.

Lustig dabei ist, dass das erste funktionierende Modell des Telefons, wie auch das der Schreibmaschine für eine Frau gebaut wurde. Antonio Meucci baute es für seine, an Rheuma erkrankte Ehefrau, die ihr Zimmer nicht verlassen konnte. Meuccis Unterlagen, welche in Bells Besitz gelangten, als er aufgrund eines schweren Unfalls Meuccis dessen Werkstatt übernahm, waren die Grundlage der Kommunikation. (Natürlich weigerte Bell sich die Sachen herauszugeben.)

Die meisten Programmierer sind Männer, aber eine Frau hat es erfunden

Der Vorläufer des heutigen Computers, die Analytical Engine wurde in der Zeit um 1830 von Charles Babbage und Ada Lovelace entwickelt. Obwohl die Pläne dieses Apparates funktionsfähig waren, konnte die Maschine aus Geldmangel nie vollständig gebaut werden.

Während Babbage darin nur eine Maschine sah, die einfache Rechenaufgaben löst, sah Lovelace eine große Chance. Sie schrieb auf theoretischer Basis das erste Programm. Ihr zu Ehren gibt es heute die Programmiersprache Ada.

Erst 1941 wurde ein programmierbarer Rechner, der Z3 von Konrad Zuse, wirklich gebaut. Dieser war der ursprünglichen Analytical Engine jedoch unterlegen.

Kommunikation - Fräulein vom Amt

Ab 1960 erreichten Computer die Rechengenauigkeit der ersten Pläne, zu diesem Zeitpunk füllten sie noch ganze Räume oder Stockwerke aus. Viele Computer entstanden während des Krieges und wurden für militärische und wissenschaftliche Zwecke genutzt.

Das Potential des Computers zur Kommunikation wurde lange verkannt, so sagte Ken Olson (DEC) 1977 es gäbe keinen Grund, warum jemand einen Computer zu Hause haben wolle.

Jedoch verbreiteten sich in den 70er und 80er Jahren zunehmend Mikrocomputer in Privathaushalten und Firmen.

Immer mehr Büros nutzten die Vorteile von Computern, da sie immer kleiner wurden und nicht jeder Angestellte eine schrankgroße Rechenmaschine benötigte.

Der Computer bekam 1969, mit der Entwicklung des Arpanet zur Kommunikation im US Militär, einen ganz neuen Nutzen.

Fortan wurde dieser Vorläufer des Internets von amerikanischen Universitäten und wissenschaftlichen Einrichtungen genutzt. Ab 1991 wurde das World Wide Web für die breite Bevölkerung freigegeben und eröffnete damit ganz neue Perspektiven.

Da kommt auch Sprache raus?

Mit der Freigabe des Internets für die privaten und geschäftlichen Haushalte entwickelte sich noch eine andere Möglichkeit.

Die Internettelefonie erschien 1995 auf der Bildfläche. Leider waren die technischen Möglichkeiten damals noch nicht ausgereift genug und nicht in der Lage die Datenpakete zu stemmen.

Heute gibt es mit Voice-over-IP ein gut funktionierendes System, welches die Funktionen eines normalen Telefons um Längen übersteigt. Es ist der nächste Evolutionsschritt in der Geschichte der Kommunikation.

Durch die stufenweise Abschaltung des ISDN-Netzes wird es in den nächsten Jahren in jedes Büro und jede Wohnung einziehen.

Was heißt das genau?

Wenn Sie also an einem schönen Tag in Ihrem Büro sitzen, denken Sie einfach daran, ohne die Mesopotamier, den diebischen A. G. Bell und Konrad Zuse mit seinem Z3 wären Sie noch viel schlimmer dran und Kommunikation würde noch immer aus kleinen Bildern an Wänden bestehen.

Grenzenlose Kommunikation